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  • Lars Heidrich (Freitag, 03. August 2012 09:11)

    Eindrücke eines Kinderhausvaters --
    Hätte ich vor vier Jahren gewusst, wie sich mein Leben durch den Kindergartenbesuch meines Kindes verändert, so hätte ich mich vielleicht schon viel früher um einen Kindergartenplatz bemüht. Die
    Entscheidung, dass Felix in den Montessorikindergarten gehen sollte fiel kurzfristig. Wir waren mit unserer Tagesbetreuung für Felix nicht zufrieden und meine Frau, Miriam, war der Meinung, dass die
    Montessoripädagogik die einzig richtige für unseren ersten Sohn wäre. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich noch nicht besonders mit dem Thema auseinandergesetzt und für mich gehörte die
    Montessoripädagogik wie die Waldorfpädagogik zu den Exoten. Außerdem reichten mir die herrschenden Vorurteile um mir meine eigene Meinung zu bilden. Waren die Leute die ihre Kinder „dorthin“
    schickten, wahrscheinlich alles alternative Bio-Apostel in Jesuslatschen und Schafwollpullover. Wie gesagt meine Frau setzte sich durch und ich wurde eines besseren belehrt. Von wegen Jesuslatschen,
    beim ersten Elternabend traf ich lediglich ziemlich normal gekleidete Menschen an. Natürlich wie ich es bereits ahnte wurde und wird hier biologisch-dynamische Vollwertküche angeboten. Na gut, dachte
    ich mir wird unser Kind halt zu Hause satt, ist ja nur eine Mahlzeit. Aber auch hier musste ich erfahren, dass mein Sohn, der zu Hause eher ein Kostverächter ist, im Kindergarten beim Mittagessen gut
    mitisst. Mittlerweile muss ich mir sogar sagen lassen: Papa das schmeckt mir nicht, das ist mir zu süß. Ich geh mir lieber einen Apfel holen!“. Nach Rücksprache mit Arbeitskollegen war ich gewappnet
    und vorgewarnt, dass es bei so einem Mittagessen auch bei allen anderen Feierlichkeiten wohl nur Körnerzeug gäbe, aber nein bei der ersten Karnevalsfeier im Kinderhaus gab es Limonade und
    Gummibärchen. Felix genoss hiervon reichlich und musste sich das ganze zu Hause noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Aber Felix hatte viel Spaß bei seiner ersten Karnevalsfeier, dem Karneval der
    Tiere und das ist auch die Hauptsache.
    Auch der Martinszug, die Weihnachtsfeier und die Wandertage sind für mich ein Grund mir den Tag frei zu nehmen und an der Veranstaltung teil zunehmen. Der Martinszug ist ein Ereignis dass besonders
    erwähnenswert ist, da er dort stattfindet wo es am Abend richtig dunkel ist (also ohne Straßenlaternen) und die Laternen der Kinder besonders gut zur Geltung kommen.
    Von wegen Alternativ, alles geht seinen ganz normalen Gang hier im Kinderhaus. Nur die Pädagogik ist etwas Besonderes. Zunächst konnte ich mit Montessorimaterial, goldenen Perlen, sensiblen Phasen
    und Übungen des täglichen Lebens nicht besonders viel anfangen. Aber im Laufe der Zeit habe ich dank meinem Sohn und diverser Vater-Kind-Samstage sehr viel dazu gelernt. Immer wieder bin ich erstaunt
    darüber wie selbständig er ist und muss mir von ihm beweisen lassen, was er schon alles alleine kann. Auch dass er im zarten Alter von vier Jahren seine ersten Schreib- und Rechenversuche macht,
    hätte ich mir nie träumen lassen. In unserem Kindergarten wird der Spaß am Lernen vermittelt und auch ich profitiere davon und lerne viel darüber, dass man Kinder es selbst tun lassen muss.
    Mittlerweile fühle ich mich dem Kinderhaus sehr verbunden und helfe gerne mit, auch wenn der Elterndienst eigentlich durch meine Frau erledigt wird. Der Kontakt zu den Erzieherinnen ist herzlich und
    ich freue mich jeden Morgen mein Kind hierhin bringen zu dürfen.
    An dieser Stelle möchte ich allen Erzieherinnen und Mitarbeitern des Kinderhauses für ihre engagierte Arbeit danken.